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Hilfe und Beratung für Alkoholtrinker und ihr Umfeld

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Hilfe und Beratung für Alkoholtrinker und ihr Umfeld

Natürlicher Verlauf des Alkoholkonsums: spontane Remission oder Verschlimmerung?

In diesem Bereich muss noch viel Forschung betrieben werden und die zu verfolgenden Strategien hängen maßgeblich hiervon ab. Bekannt ist, dass der regelmäßige Konsum mit zunehmendem Alter tendenziell steigt und ein großer Anteil der Personen mit einem übermäßigen Konsum sowie derjenigen, die alkoholabhängig sind, sich erst sehr spät in Behandlung geben.

Ein unbestimmter Prozentsatz der Personen mit einem übermäßigen Konsum sowie derjenigen, die alkoholabhängig sind, schaffen es aus eigener Kraft, ihren Konsum ohne Hilfe von außen zu reduzieren. Dies wird als „spontane Remission“ (Nachlassen der Suchtsymptome) bezeichnet. Studien zufolge hält die Remission bei zwischen 4 % (das ist nicht einmal eine von zwanzig Personen) bis 77,7 % der Betroffenen 10 Jahre später immer noch an.

  • Schwere der Alkoholstörung
  • Grad der sozialen Einbindung
  • Prägende Ereignisse im Leben.

Bei Frauen gehen spontane Remissionen häufiger als bei Männern mit der Abwesenheit von sozialem Druck (Freunde, welche zum „Konsum animieren“) sowie der Angst vor einer Schädigung des Organismus einher.

In 15 bis 25 % der Fälle ermöglicht eine sog. teilweise Verbesserung die Rückkehr zu einem kontrollierten Konsum. Für eine gute Prognose sorgen folgende Faktoren:

  • eine gemäßigte Form des Alkoholkonsums
  • ein hohes Maß an sozialer Funktionsfähigkeit

Die Resilienz und Selbsthilfefähigkeit einer Person stehen an erster Stelle. Diese Feststellung rüttelt an der Behauptung, dass man erst einmal „ganz am Boden sein muss“ oder dem Alkohol vollkommen wehrlos gegenübersteht, bevor man sich dafür entscheidet, ein Risikoverhalten zu ändern. Die soziale Funktionsfähigkeit (Eingliederung) und die Besonderheiten des sozialen Umfelds treten ebenso klar als Haupteinflussfaktor auf den Konsum.zutage.

Grundsätzlich gilt: je schwerer die Abhängigkeit und höher der Konsum, desto mehr zeigt sich die Notwendigkeit einer Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe.

Referenzen

  • Sobell, Cunningham and Sobell, 1996 
  • Expertise collective INSERM 2003, chap 14: Traitements de l'alcoolodépendanceInserm.  Alcool: dommages sociaux, abus et dépendance. Paris : Inserm, coll. Expertise collective, 2003 : 536 p.